Diakonisches Werk - Innere Mission und Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V.


Diakonisches Werk - Innere Mission und Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V.
Diakonisches Werk - Innere Mission und Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V.,
 
Kurzbezeichnung Diakonisches Werk, Dachverband von Organisationen und Initiativen, die innerhalb der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland soziale Dienstleistungen und Hilfen anbieten; Mitglieder sind die Diakonischen Werke der 24 Landeskirchen der EKD, 9 Freikirchen mit ihren diakonischen Einrichtungen sowie rd. 90 Fachverbände der verschiedensten Arbeitsfelder. Die Mitglieder vertreten (2001) etwa 31 000 selbstständige Einrichtungen unterschiedlicher Größe und Rechtsform mit über 400 000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Diakonische Werk ist Mitglied der »Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.« und (nach dem Deutschen Caritasverband e. V.) zweitgrößter der darin zusammengeschlossenen sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Oberstes Organ ist die Diakonische Konferenz (alle fünf Jahre durch Wahlen und Berufungen neu zusammengesetzt), gebildet von zehn Vertretern der EKD, je einem Vertreter jeder Freikirche, je einem Vertreter der 24 gliedkirchlichen Diakonischen Werke, bis zu 25 Vertretern der Fachverbände und 15 vom Diakonischen Rat, dem Aufsichtsgremium der Hauptgeschäftsstelle, berufenen Personen. Die Hauptgeschäftsstelle wird von einem Präsidenten geleitet und hat ihren Sitz in Stuttgart und Berlin; Außenstellen bestehen in Bonn und Brüssel. Der Hauptgeschäftsstelle angeschlossen ist die Diakonische Akademie.
 
Wichtige Haupttätigkeitsfelder sind heute: soziale Hilfen für Jugendliche, Familien, Senioren, Arbeitslose und Suchtgefährdete beziehungsweise -kranke, die Hilfe für Aussiedler und für Ausländer, die mit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer verbundenen sozialen Fragen und die Trägerschaft des Diakonischen Jahres. Auf internationaler Ebene arbeitet das Diakonische Werk in der Not- und Katastrophenhilfe mit und fördert über »Brot für die Welt«, »Kirchen helfen Kirchen«, die 1994 ins Leben gerufene jährliche Spendenaktion »Hoffnung für Osteuropa«, Stipendienprogramme und ökumenische Einzelhilfe weltweit Entwicklungsprojekte und Hilfsprogramme.
 
Der Ursprung des Diakonischen Werkes geht auf den von J. H. Wichern entwickelten Gedanken der »Inneren Mission« und den von ihm 1849 gegründeten »Centralausschuß für Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche« zurück, mit dem der in freien Vereinen und Anstalten organisierten evangelischen Sozialarbeit erstmals ein organisatorischer Rahmen gegeben wurde. Die »Innere Mission« breitete sich in der Folgezeit über ganz Deutschland aus. In seiner heutigen Form entstand das Diakonische Werk 1957, hervorgegangen aus der Fusion der »Inneren Mission« und dem 1945 zur Linderung der Not der Nachkriegszeit gegründeten »Hilfswerk der EKD«. Für die ostdeutschen evangelischen Kirchen bestand 1969-90/91 ein rechtlich eigenständiges diakonisches Hilfswerk.

Universal-Lexikon. 2012.

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